Bürgersteige rechtzeitig vom Herbstlaub befreien

Herbstlaub auf Weg 

Farbspiel in den Bäumen, Rutschgefahr auf den Wegen - ein Vermieter-Tipp von Haus & Grund Koblenz zum Thema Zutrittsrecht

Der goldene Herbst sorgt derzeit für leuchtende Farbtupfer entlang von Straßen und Gehwegen – und auf deren Belag in naher Zukunft für jede Menge Blattlaub. Genau das kann private Haus- und Grundbesitzer in Zugzwang bringen. Denn feuchtes oder nasses Laub verwandelt den Bürgersteig schnell in eine gefährliche Rutschbahn. „Das kann nicht nur für Passanten riskant werden, sondern aus finanzieller Sicht auch für den angrenzenden Grundstücksbesitzer“, sagt Rechtsanwalt Christoph Schöll, Vorsitzender von Haus und Grund Koblenz.

Haftungsansprüche bei einem Ausrutscher

Grund dafür ist die so genannte Verkehrssicherungspflicht. „Die meisten Gemeinden haben die Reinigungspflicht des Bürgersteigs auf die Eigentümer des angrenzenden Grundstücks übertragen“, erklärt Schöll. Rutscht ein Passant auf dem rutschigen Bürgersteig aus und verletzt sich, können auf den Eigentümer Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen zukommen. „Daher sollte man gerade im Herbst ein altes Sprichwort besonders beherzigen: Ein jeder kehre vor seiner eigenen Haustür“, rät der Rechtsanwalt.

In größeren Mehrfamilienhäusern oder Wohnanlagen gibt es oft einen Hausmeister oder einer beauftragten Dienstleister, der diese Aufgabe übernimmt. Allerdings können auch die Mieter in die Pflicht genommen werden. Voraussetzung dafür ist eine wirksame Vereinbarung im Mietvertrag.

Ganz raus aus der Verantwortung wäre der Eigentümer aber auch dann noch nicht, warnt der Koblenzer Haus und Grund-Vorsitzende. Jeder Hausbesitzer muss dann nämlich noch regelmäßig kontrollieren, ob die Mieter ihrer Verpflichtung tatsächlich auch nachkommen.

Versicherungsschutz für Grundstückseigentümer

Wichtig ist daher auch der passende Versicherungsschutz. Bei einem vermieteten Objekt bietet eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung eine Absicherung gegen Haftungsansprüche. Selbstnutzende Eigentümer brauchen dagegen eine Privathaftpflichtversicherung. Beide Versicherungsarten übernehmen im Fall des Falles gerechtfertigte Arzt- und Krankenhauskosten, Schmerzensgeld und Verdienstausfall.

Das heißt übrigens nicht, dass nicht auch der Passant selbst aufpassen muss. So schön das Farbenspiel im Laubwerk der Bäume sein mag – gänzlich die Augen vom Bürgersteig nehmen sollte er nicht. Es gibt durchaus Gerichte, die ausgerutschten Passanten das Schmerzensgeld verweigert haben – schließlich sei auf Gehwegen im Bereich von Laubbäumen im Herbst mit einer gewissen Rutschgefahr zu rechnen. Hier gilt der Spruch: „Wo die Gefahr offenkundig ist, hört die Verkehrssicherungspflicht auf“.

Bei weiteren Fragen rund um die Verkehrssicherungspflicht (sowie deren wirksame Übertragung auf die Mieter) oder auch bei Streit um unfreiwillige Rutschpartien helfen die Rechtsberater von Haus & Grund Koblenz gerne weiter. .

Quelle: Pressemitteilung von Haus & Grund Koblenz

Foto: pixel2013/pixabay.com

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