Die Hürde von 4.000 Mitgliedern ganz locker genommen

Koblenz in der Panoramaansicht
Ein stabiler Wohnungsmarkt:
In Koblenz sind, wenn überhaupt,
nur leichte Preissteigerungstendenzen
bei den Mieten und in Teilsegementen
des Verkaufs feststellbar.

Foto: Holger Weinandt/wikicommons

Haus & Grund Koblenz hat die Schallmauer durchbrochen und zählt nun mehr als 4.000 Mitglieder. Das gab bei der Mitgliederversammlung im Hotel an der Mosel natürlich lautstarken Applaus der anwesenden über 150 Mitglieder. Damit ist der Verein nun nach Trier der zweitgrößte Haus & Grund Verein in Rheinland-Pfalz.


Im Bericht zur Lage des privaten Immobilieneigentums in Koblenz und Umgebung konnte der Vorsitzende Christoph Schöll auf stabile Verhältnisse mit leichten Preissteigerungstendenzen bei den Mieten und in Teilsegmenten des Verkaufs von Immobilien verweisen. Dennoch bleibe, so Schöll, Wohnen in Koblenz im Vergleich zu Mainz und Trier vergleichsweise günstig.


Vorstandsmitglied Lothar Breitenbach informierte die Mitgliederversammlung über Tendenzen des qualifizierten Mietspiegels der Stadt Koblenz für 2015. Über den Stand der Bauarbeiten zur Errichtung der neuen Geschäftsstelle im Technologiepark Bubenheim, die voraussichtlich Ende 2015 abgeschlossen werden, unterrichtete Schriftführer Stefan Schwarz. Der Verein verfügt dort dann über eine barrierefreie Geschäftsstelle mit einer ausreichenden Anzahl an Pkw-Stellplätzen.


In einem weiteren Beitrag erläuterte Schwarz die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs  zum Widerruf von Verbraucher-Immobiliendarlehen. Er verwies darauf, dass nach Untersuchungen der Verbraucherzentrale Hamburg ca. 70 bis 80 Prozent der Darlehensverträge fehlerhafte Widerrufsbelehrungen beinhalten mit der Folge, dass entsprechende Darlehensverträge jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung widerrufen werden können.


Vorsitzender Schöll referierte über die derzeit im Gesetzgebungsverfahren befindliche Mietpreisbremse, die drastische Beschränkungen bei der Neuvermietung vorsieht. Nach dem derzeitigen Sachstand gehört Koblenz – im Gegensatz zu Mainz und Trier – nicht zu den von der Mietpreisbremse betroffenen Städten, die durch Rechtsverordnung der Landesregierung in Gebieten mit angespannter Wohnungsversorgung festgelegt werden. Schöll kritisierte die Mietpreisbremse als Investitionsbremse, welche die derzeit erkennbare Investitionsbereitschaft beim Bau neuer Mietwohnungen gefährde. Ungeachtet des in Ballungsräumen hohen Mietniveaus bewirke die Mietpreisbremse das Gegenteil von dem, was gebraucht wird, um Mietsteigerungen zu begegnen: den Bau neuer Mietwohnungen.


Abschließend ging Schöll auf das von der Landesregierung eingeholte Gutachten zur künftigen Wohnraumnachfrage in Rheinland-Pfalz ein. Ungeachtet der derzeit stabilen Bevölkerungsentwicklung in Koblenz stufen die Wissenschaftler der Empirica AG Koblenz nicht als so genannte Schwarmstadt mit Fernwanderungsgewinnen ein. Schöll kündigte eine Initiative des Vereins an mit dem Ziel, die Gründe zu erforschen, die dazu führen, dass sich Koblenz – im Gegensatz zu Mainz und Trier – bislang nicht in die Kategorie der Schwarmstädte einreihen kann.

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