Haus & Grund Koblenz weiter auf Wachstumskurs

Jahreshauptversammlung 2015: Koblenzer Immobilienpreise im Steigflug


Klare Worte: Der Vereinsvorsitzende Christoph Schöll kritisierte die investitionsfeindliche Politik und forderte - zur Förderung privater Investitionen in den Wohnungsbau - Vergünstigungen bei der Grunderwerbsteuer und die Einführung einer degressiven Abschreibung. Foto: Haus & Grund Koblenz.


Die Attraktivität des Wohnstandorts Koblenz macht sich in steigenden Immobilienpreisen und anziehenden Mieten bemerkbar. Dieses Fazit zog der Vorsitzende des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein für Koblenz und Umgebung e.V., Christoph Schöll (Foto), auf der Mitgliederversammlung des Jahres 2015 im Hotel an der Mosel. Der Mitgliederbestand des Vereins hat sich auf einen Rekordstand von 4.103 erhöht. Er ist damit der zweitgrößte in Rheinland-Pfalz.

Vorstandsmitglied Lothar Breitenbach unterrichtete die Versammlung über die Fertigstellung der neuen Geschäftsstelle. Erfreulich für die Mitglieder: Das neue Domizil im "Competence-Center" in der Ferdinand-Nebei-Str. 7 in Koblenz-Bubenheim wurde in kurzer Bauzeit von nur zehn Monaten barrierefrei und ohne Inanspruchnahme von Bankkredit fertiggestellt.

In seinem Geschäftsbericht bezweifelte Schöll, dass es in Anbetracht der seit der Jahrtausendwende um 40 Prozent gestiegenen Baupreise und einer kostentreibenden Novellierung der Landesbauordnung gelingen wird, privates Kapital zur Schaffung neuer Mietwohnungen zu rekrutieren. Schöll forderte Maßnahmen zur Verbesserung der Investitionsbereitschaft. wie Vergünstigungen bei der Grunderwerbssteuer und die Einführung einer degressiven Abschreibung. "Ohne diese Begleitmaßnahmen wird es nicht gelingen, privates Kapital für den Wohnungsbau zu aktivieren“, so Schöll.

Ferner forderte er die Stadt Koblenz dem Beispiel anderer Gemeinden folgend auf, mit Haus & Grund Koblenz bei der Bereitstellung von Mietwohnungen für Flüchtlingsfamilien zu kooperieren. Gerade Haus- und Wohnungseigentümer gingen mit gutem Beispiel voran, um Menschen zu helfen, die aus der begründeten Angst vor Verfolgung und Furcht, vor Gewalt und Tod aus ihrer Heimat flüchten müssen. Die Unterbringung in Häusern und Wohnungen privater Vermieter beschleunigten - durch den persönlichen Kontakt - die Integration. Schöll forderte jedoch, dass Mietverträge zur Absicherung der finanziellen Risiken des Vermieters mit der Stadt vereinbart werden müssten.

Abgerundet wurde die Versammlung durch zwei Vorträge: Karl-Heinz Wagner von der Volksbank Koblenz Mittelrhein eG berichtete über die spezielle Sichtweise von Banken bei der Immobilienfinanzierung. Aufmerksam lauschten die Mitglieder auch den Ausführungen von Oliver Schmidt. Der Prokurist der Creditreform Koblenz beleuchtete die Schuldnersituation in Koblenz, die im landesweiten Vergleich überdurchschnittlich hohe und in einigen Stadtteilen sogar besorgniserregende Werte aufweist.

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